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Wenn Sie von Siena aus auf der Via Lauretana 438 Richtung Süden fahren, durchqueren
Sie die “Crete Senesi” und erreichen so die „Casabianca“. Fahren Sie auf dieser
Strasse weiter Richtung Valdichiana, Montepulciano und der Val d’Orcia können
Sie fantastische Landschaften und Stätte der Kunst entdecken.
Die “Crete Senesi”, die fast mondartige Hügellandschaft, wurde vom italienischen
Geographen Emanuele Repetti (1776-1852) wie folgt beschrieben: ”Oasis (di verde)
in mezzo ad un deserto di piagge di creta color di cenere ed in mille guisa aperte,
frastagliate e sparse di larghi crepacci...“. (Grüne Oase inmitten einer Wüste
aus aschfarbenem Ton, Abhänge mit tiefen Furchen, Zerklüftungen und breiten Felsspalten.)
Wenn man diese Landschaft anschaut – „kleine Brücken und Stege, Felsspalten so
weiß wie glänzendes Salz“ – schrieb der italienischer Reiseschriftsteller Guido
Piovene noch ganz traumversunken nach seinem Besuch in dem nahen Kloster von Monte
Oliveto Maggiore, kann man sie beschreiben als „ideale Einsiedler-Landschaft,
bereits der Kunst zugehörend. Es scheint, als wäre dieses Szenario extra von der
Natur geschaffen, um den ewigen Konflikt zwischen Gott und dem teuflischen Verführer
darzustellen“.
Man nannte dieses Gebiet auch “deserto d’Accona” (Wüste von Accona), so rauh,
abgeschieden, unproduktiv und verlassen wirkte es. Der Monte Oliveto Maggiore
ist eine Oase (aber nicht die einzige) in dieser ganz speziellen „Wüstenlandschaft“
in diesem Teil der Toskana.
Auch Papst Pius II. schrieb während seines Aufenthalts am Monte Oliveto im Jahre
1459: “...gewaltige, steile Abhänge und tiefe Abgründe (deren Anblick Angst und
Schrecken einflössen) verhindern den Zugang von allen Seiten bis auf einen engen
Erdstrich, an dessen Eingang ein solider Verteidigungsturm mit einem Wassergraben
steht...“
Die Touristen, die südlich von Siena ankommen, treffen auf diese raue „Mondlandschaft“:
Karge und hagere Felder, kahle Hügel, rundliche Lehmberge und Kalkrinnen.
Neben dieser wirklich eindrucksvollen Landschaft gibt es noch viel Sehenswertes
wie verschiedene kleine Museen und bedeutende Stätte der Kunst wie Sant’Anna in
Camprena (eine Fraktion von Castelmuzio), die Kollegiatskirche von San Quirico
d’Orcia mit den Leonini Gärten, Trequanda, Rapolano Terme, Sinalunga, San Giovanni
d’ Asso, Montepulciano mit dem Turm des Palazzo Comunale, Val di Chiana, Val d’Orica,
Val d’Ombrone und andere kleine mittelalterliche Orte der Gegend.
Die Gegend um Montepulciano und Montalcino ist berühmt für ihren Weinanbau, hier
wird der fantastische und weltbekannte Rotwein „Brunello“ hergestellt. Auf diesen
Hügeln, hinter denen auch die „Casabianca“ liegt, wachsen die Olivenbäume, aus
denen das beste Olivenöl der Toskana hergestellt wird.
Hier in den “Crete Senesi” entsteht auch der unvergleichlich gute Käse “Pecorino
Senese”, der auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Bei den Hügeln von
Pienza fand man die Überreste eines antiken Dorfs, dessen Bewohner Viehzucht betrieben
und schon damals Milch, Ricotta und Pecorino Käse auf die gleiche Art und Weise
herstellten wie das auch heute noch geschieht.
Durchquert man die Hügellandschaft der „Crete Senesi“ erreicht man so wunderschöne
Orte wie die Renaissancestadt Pienza von Enea Silvio Piccolomini (Papst Pius II.),
das mittelalterliche Monticchiello, die Burg von Montalcino, Symbol der republikanischen
Freiheit, das etruskische Asciano, den Marktplatz von Buoncovento, wo Enrico
VII. seinen Tod fand, das antike Kloster von Monte Oliveto Maggiore erbaut im
mondartigen Huegelmeer, der sogenannten „Wüste von Accona“.
An diesem Ort, inmitten der kargen Landschaft der „Crete Senesi“ erschien Bernardo
Tolomei, (einem jungen Adligen aus Siena, Gründer der Benediktinerabtei von Monte
Oliveto Maggiore - später von der katholischen Kirche zum Seligen gesprochen)
das Bild einer glänzenden silbernen Treppe, auf der die Menschen in den Himmel
aufsteigen . |